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Burghard Bannier

Burghard Bannier

Burghard Bannier
Vorsitzender Berufsbildungsausschuss DEHOGA Sachsen-Anhalt
Flair Hotel Deutsches Haus ,Arendsee

Lehrjahre sind keine Herrenjahre …

Dieser Satz geistert immer noch vielen erwachsenen Menschen durch die Köpfe, wenn es um das Thema Ausbildung geht. Aber wo liegen die Ursachen in unserer Ausbildungskrise? Viele Arbeitgeber selektieren Bewerber, nach wie vor, nach guter alter Art. Personalchefs bemängeln Unreife, fehlende Sozialkompetenz, ein Versagen der schulischen Ausbildung, zu viele offensichtliche Tätowierungen und vieles mehr. Und noch nie gab es so viele unbesetzte Ausbildungsstellen und noch nie gab es eine so hohe Zahl von Ausbildungsabbrüchen wie in den letzten Jahren. Oftmals wird jetzt die öffentliche Meinung vertreten, dass die Branche unattraktiv wäre und die Arbeitnehmervertreter wettern erfahrungsgemäß über katastrophale Ausbildungsbedingungen. Für mich klingt das allerdings ebenfalls hilf- bis ratlos. Nicht nur die gastgewerbliche Branche, sondern das gesamte Ausbildungssystem Deutschland scheint in einem Dilemma zu stecken. Die gesamte Wirtschaft sucht händeringend nach Auszubildenden. Mittlerweile rekrutieren wir über die Landesgrenzen hinaus auch gezielt in anderen Ländern, wie zum Beispiel in Spanien oder Griechenland. Nichts desto trotz bleiben viele junge Menschen bei uns ohne Chancen auf einen Ausbildungsplatz und somit auf echte Perspektiven. Dramatisch ist daneben die Entwicklung innerhalb des Übergangssystems zwischen Schule und Ausbildung. Ursprünglich war es für Jugendliche gedacht, die in der schulischen Ausbildung gescheitert sind. Teil dieses Systems ist das Berufsvorbereitungsjahr ( BVJ ). Doch statt der erwarteten ´´Schulversager´´ trifft man dort fast 80 Prozent jugendlicher Schulungsteilnehmer mit einem Haupt-und Realabschluss. Warum? Mittlerweile befinden sich in diesem Übergangssystem insgesamt mehr als eine viertel Million Menschen! Andererseits ist die Zahl der geschlossenen Ausbildungsverträge gegenwärtig auf einen historischen Tiefstand gesunken obwohl die deutsche Wirtschaftslage, trotz europäischer Krise, erstaunlich gut ist. Auch die viel genannte demographische Entwicklung ist nicht die Ursache. Denn es gab, laut Berufsausbildungsbericht 2014 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, keine sinkenden Schulabgängerzahlen. Insgesamt muss man die tiefgründigen Herausforderungen differenzierter betrachten. Einerseits existieren beispielsweise Bildungs- und Sprachdefizite oder fehlende Konfliktfähigkeit, andererseits grassieren allzu oft fatale Vorstellungen des Berufsalltags. Genau darin liegen aber auch Lösungsansätze. Es wird hier deutlich, das Thema Ausbildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe geworden. Ich wünsche mir eine intensivere Zusammenarbeit aller Beteiligten um genauer die Schnittstellen, also genau die Übergänge in den einzelnen Lebensabschnitten der jungen Generation zu betrachten um ehrliche Konzepte zu entwickeln. Wir sind bereit alles umzusetzen um unseren jungen Menschen klare Perspektiven und solide Karrieren zu ermöglichen.

Also bitte nicht diskutieren, machen!

 

 

ISS GUT!

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DIE GASTGEBER