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Editorial

Präsident Michael SchmidtDie Herausforderungen rund um den Mindestlohn beschäftigen uns immens. Die zunehmenden Dokumentationspflichten rauben uns sicherlich immer mehr Zeit anstatt unsere Wirtschaftlichkeit permanent im Blickwinkel zu halten. Der IHA veröffentlichte vor kurzem seinen umfangreichen neuen Bericht für das Beherbergungsgewerbe in Deutschland. Die Zahlen und Fakten im ´´ Hotelmarkt Deutschland 2015 sind allerdings für unser Bundesland ernüchternd. Trotz stetiger Tourismusrekorde und steigender Gäste- und Übernachtungszahlen halten wir, im Vergleich der Bundesländer, in vielen Kennzahlen die rote Laterne weit hoch. Wenn man die statistischen Zahlen vergleicht, scheinen unsere Betriebe einer Rentabilität und Wertschöpfung weit hinterher zu laufen. Ich rate jedem Unternehmer nachdrücklich die Kalkulation seiner Dienstleistung genau unter die Lupe zu nehmen. Die Kostensteigerungen der letzten Monate machen das ohnehin notwendig. Als Unternehmer haben wir sicherlich die Last des unternehmerischen Risikos zu tragen, allerdings haben wir auch die Verantwortung gegenüber unserem Geschäft erfolgreich tätig zu sein. Der oft sichtbare Investitionsstau darf für viele Betriebe nicht zur Falle werden. Überschüsse und Gewinne müssen kalkuliert und in gute Investitionen für die Zukunft eingesetzt werden um nicht am Markt vorbei zu planen. Als Branchenverband bieten wir ihnen dafür viele Unterstützungen und Beratungsdienstleistungen an. In den meisten Fällen sogar kostenlos. Im Kompetenzteam Beratung des Landesverbandes sind fachliche Spezialisten für Sie vertraglich gebunden und jederzeit für sie da. Das Seminarangebot 2015 enthält etliche betriebswirtschaftliche Themen die ihnen helfen können ihren Betrieb wirtschaftlicher zu gestalten. Letztendlich ist ihr Landesverband auch beteiligt an der Qualitätsoffensive ´´Service Qualität Deutschland. Auch eine gute Möglichkeit in die langfristige Effektivität und Wertsteigerung des eigenen Unternehmens zu investieren. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung in den Betrieben unseres Bundeslandes haben wir uns entschlossen einen wirtschaftlichen Betriebsvergleich in Auftrag zu geben. Ein anerkanntes Institut wird im Laufe diesen Jahres seine Arbeit beginnen und auf die Unternehmen zu gehen. Wir werden Sie über das Projekt immer aktuell informieren und hoffen auf ihre Unterstützung.

Umsatz ist leider nicht alles!

Ihr Michael Schmidt

Präsident

Burghard Bannier

Burghard Bannier
Vorsitzender Berufsbildungsausschuss DEHOGA Sachsen-Anhalt
Flair Hotel Deutsches Haus ,Arendsee

Lehrjahre sind keine Herrenjahre …

Dieser Satz geistert immer noch vielen erwachsenen Menschen durch die Köpfe, wenn es um das Thema Ausbildung geht. Aber wo liegen die Ursachen in unserer Ausbildungskrise? Viele Arbeitgeber selektieren Bewerber, nach wie vor, nach guter alter Art. Personalchefs bemängeln Unreife, fehlende Sozialkompetenz, ein Versagen der schulischen Ausbildung, zu viele offensichtliche Tätowierungen und vieles mehr. Und noch nie gab es so viele unbesetzte Ausbildungsstellen und noch nie gab es eine so hohe Zahl von Ausbildungsabbrüchen wie in den letzten Jahren. Oftmals wird jetzt die öffentliche Meinung vertreten, dass die Branche unattraktiv wäre und die Arbeitnehmervertreter wettern erfahrungsgemäß über katastrophale Ausbildungsbedingungen. Für mich klingt das allerdings ebenfalls hilf- bis ratlos. Nicht nur die gastgewerbliche Branche, sondern das gesamte Ausbildungssystem Deutschland scheint in einem Dilemma zu stecken. Die gesamte Wirtschaft sucht händeringend nach Auszubildenden. Mittlerweile rekrutieren wir über die Landesgrenzen hinaus auch gezielt in anderen Ländern, wie zum Beispiel in Spanien oder Griechenland. Nichts desto trotz bleiben viele junge Menschen bei uns ohne Chancen auf einen Ausbildungsplatz und somit auf echte Perspektiven. Dramatisch ist daneben die Entwicklung innerhalb des Übergangssystems zwischen Schule und Ausbildung. Ursprünglich war es für Jugendliche gedacht, die in der schulischen Ausbildung gescheitert sind. Teil dieses Systems ist das Berufsvorbereitungsjahr ( BVJ ). Doch statt der erwarteten ´´Schulversager´´ trifft man dort fast 80 Prozent jugendlicher Schulungsteilnehmer mit einem Haupt-und Realabschluss. Warum? Mittlerweile befinden sich in diesem Übergangssystem insgesamt mehr als eine viertel Million Menschen! Andererseits ist die Zahl der geschlossenen Ausbildungsverträge gegenwärtig auf einen historischen Tiefstand gesunken obwohl die deutsche Wirtschaftslage, trotz europäischer Krise, erstaunlich gut ist. Auch die viel genannte demographische Entwicklung ist nicht die Ursache. Denn es gab, laut Berufsausbildungsbericht 2014 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, keine sinkenden Schulabgängerzahlen. Insgesamt muss man die tiefgründigen Herausforderungen differenzierter betrachten. Einerseits existieren beispielsweise Bildungs- und Sprachdefizite oder fehlende Konfliktfähigkeit, andererseits grassieren allzu oft fatale Vorstellungen des Berufsalltags. Genau darin liegen aber auch Lösungsansätze. Es wird hier deutlich, das Thema Ausbildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe geworden. Ich wünsche mir eine intensivere Zusammenarbeit aller Beteiligten um genauer die Schnittstellen, also genau die Übergänge in den einzelnen Lebensabschnitten der jungen Generation zu betrachten um ehrliche Konzepte zu entwickeln. Wir sind bereit alles umzusetzen um unseren jungen Menschen klare Perspektiven und solide Karrieren zu ermöglichen.

Also bitte nicht diskutieren, machen!

 

 

Michael Pirl - Vize­prä­si­dent DEHOGA Sachsen-Anhalt

Michael Pirl – Vize­prä­si­dent DEHOGA Sachsen-Anhalt

Ab 01.01.2015 wird laut den Ankündigungen der Bundesregierung der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 € brutto flächendeckend eingeführt. Ausgenommen werden voraussichtlich nur Auszubildende und Kurz – Zeitpraktikanten. Der Mindestlohn betrifft also alle Arbeitnehmer ab dem 18. Lebensjahr auch Teilzeitbeschäftigte und Aushilfen. Der DEHOGA Bundesverband engagiert sich bis zur Beschlußfassung im Bundestag weiterhin für Änderungen im Gesetzentwurf.

Prinzipiell möchte ich betonen, dass ich das Lohnniveau im Gastgewerbe und der Hotellerie in den neuen Bundesländern zu niedrig finde und es vor allem im Vergleich zu anderen Branchen zu große Unterschiede in den Lohnstrukturen gibt. Dies ist die Ursache für die teilweise schwierige wirtschaftliche Situation der Betriebe, der Fachkräfteproblematik und letztendlich auch des schlechten Rufes unserer Branche.

Die Einführung des Mindestlohnes bedeutet für tarifgebundene Unternehmen eine Erhöhung in der niedrigsten Lohngruppe von etwa 8%. Da eine Anpassung der höheren Lohngruppen unabdingbar ist, wird dies ebenfalls zu einer Erhöhung der Gesamtpersonalkosten ab 2015 auf insgesamt 8% führen.
Als Landesverband des DEHOGA gehen wir zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, das ein großer Teil der gastgewerblichen Betriebe, die nicht im Verband organisiert sind, auch nicht tarifgerecht zahlen, so dass hier von Gesamtsteigerungen der Lohnkosten von mindestens 12% – 15% auszugehen ist. Da durch den Mindestlohn alle Branchen betroffen sind, werden Ihre Zulieferer und Nachauftragnehmer Ihre Preise voraussichtlich proportional erhöhen.

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DIE GASTGEBER