Magdeburg

Die am 30. Juni 2015 von Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les ange­kün­dig­ten Kor­rek­tu­ren bei der Umset­zung des Min­dest­lohn­ge­set­zes begrüßt der Deut­sche Hotel– und Gast­stät­ten­ver­band (DEHOGA Bun­des­ver­band). „Es bewegt sich etwas. Offen­sicht­lich haben die guten Argu­mente der Bran­che über­zeugt. Ins­be­son­dere die Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung bei der Arbeits­zeit­do­ku­men­ta­tion war längst über­fäl­lig und stellt defi­ni­tiv einen Schritt in die rich­tige Rich­tung dar. Noch sind aber nicht alle Stol­per­steine aus dem Weg geräumt. Nach­bes­se­rungs­be­darf gibt es wei­ter­hin, ins­be­son­dere bei der Fle­xi­bi­li­sie­rung des Arbeits­zeit­ge­set­zes“, erklärt DEHOGA-Präsident Ernst Fischer. Ebenso bleibt abzu­war­ten, wie sich die Geneh­mi­gungs­pra­xis bei Aus­nah­men für Sai­son­be­triebe kon­kret entwickelt.

Hin­weis:

Für eine abschlie­ßende Beur­tei­lung der am 30. Juni 2015 ange­kün­dig­ten Maß­nah­men muss der end­gül­tige Ver­ord­nungs­text abge­war­tet wer­den. Die­ser soll in der nächs­ten Woche ver­öf­fent­licht wer­den. Bei dem vor­lie­gen­den DEHOGA-Papier han­delt es sich um eine vor­läu­fige Bewertung.

Im Ein­zel­nen:

1. Ver­dienst­grenze für die Arbeitszeitdokumentation

Die bis­he­rige Ver­dienst­grenze für die Arbeits­zeit­do­ku­men­ta­tion soll von 2.958 Euro auf 2.000 Euro abge­senkt wer­den. Damit muss für Arbeit­neh­mer im Gast­ge­werbe, die regel­mä­ßig mehr als 2.000 Euro brutto im Monat ver­die­nen, Beginn, Ende und Dauer der täg­li­chen Arbeits­zeit nicht mehr zwin­gend jede Woche auf­ge­zeich­net wer­den. Dies gilt aller­dings nur, wenn die­ser Betrag zwölf Monate lang aus­be­zahlt wurde. Für Mini­job­ber bleibt die Auf­zeich­nungs­pflicht unver­än­dert bestehen.

Die ange­kün­dig­ten Ver­än­de­run­gen bezie­hen sich aus­schließ­lich auf die Mindestlohndokumentationspflichten-Verordnung. Durch die Absen­kung des Wer­tes nähert sich die Ver­dienst­grenze rea­lis­ti­schen Beträ­gen, dies ent­spricht nahezu der DEHOGA-Forderung. Für Sai­son­be­schäf­tigte und Neu­ein­stel­lun­gen ent­fal­tet die Absen­kung wegen der Zwölf-Monats-Regelung aller­dings keine Wir­kung. Dass die sach­fremde Ver­knüp­fung der Ver­ord­nung mit der Über­stun­den­re­ge­lung des Arbeits­zeit­ge­set­zes weg­fal­len soll, ist rich­tig und auch ver­fas­sungs­recht­lich geboten.

Es bleibt zu hof­fen, dass nicht wie­der eine hoch­kom­plexe und für die Pra­xis fast unver­ständ­li­che Rege­lung geschaf­fen wird. Kla­rer und sau­be­rer wäre es gewe­sen, die ein­zelne Bran­chen dis­kri­mi­nie­rende Auf­zeich­nungs­pflicht auf kon­krete Ver­dachts­fälle zu begren­zen; dafür wäre jedoch eine Ände­rung des Min­dest­lohn­ge­set­zes erforderlich.

2. Arbeits­zeit­do­ku­men­ta­tion für Familienangehörige

Beson­ders har­sche Kri­tik ern­tete die Regie­rungs­ko­ali­tion für die Arbeits­zeit­do­ku­men­ta­tion für Fami­li­en­an­ge­hö­rige. Denn bei mit­ar­bei­ten­den engen Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen passt sol­che Büro­kra­tie schlicht nicht zu der Natur des gemein­sa­men Arbeits– und Familienlebens.

Rich­tig ist daher die Ein­schät­zung des Minis­te­ri­ums, wonach die Auf­zeich­nungs­pflich­ten bei Beschäf­ti­gung von Ehe­gat­ten, Lebens­part­nern, Kin­dern und Eltern ver­zicht­bar sind. Der DEHOGA geht davon aus, dass diese Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen unab­hän­gig von ihrem arbeits– und sozi­al­recht­li­chen for­ma­len Sta­tus in einer ein­deu­ti­gen Ver­ord­nungs­re­ge­lung vom Anwen­dungs­be­reich der Auf­zeich­nungs­pflicht aus­ge­nom­men werden.

3. Täg­li­che Höchstarbeitszeit

Wie aktu­elle Medi­en­be­richte bele­gen, kommt Bewe­gung in die Dis­kus­sion über eine not­wen­dige Fle­xi­bi­li­sie­rung des Arbeits­zeit­ge­set­zes. Es bleibt wei­ter zu hof­fen, dass es für Hotel­le­rie und Gas­tro­no­mie bald zu einer Lösung der beste­hen­den Pro­bleme mit der täg­li­chen Höchst­ar­beits­zeit nach dem Arbeits­zeit­ge­setz ins­be­son­dere bei Ver­an­stal­tun­gen sowie bei Neben­be­schäf­tig­ten kommt.

Das Minis­te­rium weist ein­mal mehr auf den sog. „Not­fall­pa­ra­gra­phen“ § 14 des Arbeits­zeit­ge­set­zes sowie auf die Fle­xi­bi­li­sie­rungs­mög­lich­keit für Sai­son­be­triebe im Rah­men von Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen nach § 15 Arbeits­zeit­ge­setz hin.

Die Mög­lich­keit, in Not­fäl­len auch über zehn Stun­den täg­lich zu arbei­ten, gilt nur für außer­ge­wöhn­li­che Fälle und für die Abwen­dung drin­gen­der Gefah­ren oder erheb­li­cher Schä­den. Gemeint sind z.B. Brände oder Über­schwem­mun­gen. Den Hote­lier oder Gas­tro­no­men auf die Aus­nahme nach § 14 Arbeits­zeit­ge­setz zu ver­wei­sen, bie­tet ihm kei­ner­lei Rechts­si­cher­heit und Verlässlichkeit.

Für die Aus­ge­stal­tung der Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen für Sai­son­be­triebe sind die Bun­des­län­der zustän­dig. Die Lan­des­ver­bände des DEHOGA sind dazu mit ihren Behör­den im Gespräch. Ziel ist wei­ter eine ein­fa­che und für die Pra­xis hand­hab­bare Geneh­mi­gungs­pra­xis. Davon sind wir aller­dings lei­der nach bis­he­ri­gen Rück­mel­dun­gen in den meis­ten Bun­des­län­dern noch weit ent­fernt. Es bleibt daher abzu­war­ten, wel­che belast­ba­ren Erleich­te­run­gen hier für die Bran­che zur Anwen­dung kommen.

Die Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen kön­nen für Sai­son­be­triebe durch vor­über­ge­hende Arbeits­zeit­ver­län­ge­run­gen auf bis zu zwölf Stun­den täg­lich, die natür­lich ent­spre­chend aus­ge­gli­chen wer­den müs­sen, Erleich­te­rung schaffen.

Bei den Haupt­pro­blem­fel­dern der Bran­che, den unge­plant län­ger dau­ern­den Ver­an­stal­tun­gen sowie der gering­fü­gi­gen Beschäf­ti­gung neben einem Voll­zeit­job, hel­fen die Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen jedoch nicht wei­ter. Hier muss unbe­dingt Abhilfe geschaf­fen wer­den. Der DEHOGA hat dazu kon­krete Vor­schläge unterbreitet.

4. Auf­trag­ge­ber­haf­tung

Die ange­kün­digte Klar­stel­lung bezüg­lich der ein­ge­schränk­ten Reich­weite der Auf­trag­ge­ber­haf­tung ist zwar lobens­wert, ohne eine gesetz­li­che Klar­stel­lung kön­nen jedoch beste­hende Rechts­un­si­cher­hei­ten nicht aus­ge­räumt wer­den. An der betrieb­li­chen Pra­xis einer extre­men Absi­che­rung inner­halb der Ver­trags­ver­hält­nisse wird sich des­halb auch nichts ändern.

5. Wei­te­rer Hand­lungs­be­darf bei der Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung des Mindestlohngesetzes

Unbe­rück­sich­tigt blie­ben die DEHOGA-Forderungen zur Anrech­nung von Kost und Logis auf den exis­tenz­si­chern­den Min­dest­lohn, bei der Berech­nung der Min­dest­lohn­be­stand­teile sowie bei der Aus­ge­stal­tung der Arbeits­zeit­kon­ten, um ganz­jäh­rige Beschäf­ti­gung zu erleich­tern. Auch hier wer­den wir nicht nach­las­sen, Kor­rek­tu­ren einzufordern.

Fazit:

Es hat sich etwas bewegt und das ist gut so. Der DEHOGA Bun­des­ver­band wird sich wei­ter inten­siv in Gesprä­chen mit der Poli­tik für eine pra­xis­taug­li­che, unbü­ro­kra­ti­sche und rechts­si­chere Umset­zung beim Min­dest­lohn einsetzen.

Dazu unsere herz­li­che Bitte an die Branche:

Infor­mie­ren Sie uns bitte über Ihre Erfah­run­gen bei Anträ­gen auf Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen für Sai­son­be­triebe. Infor­mie­ren Sie uns auch über Ihre Erfah­run­gen bei Kon­trol­len des Zolls und der Arbeits­schutz­be­hör­den. Denn nur auf der Basis belast­ba­rer, qua­li­fi­zier­ter Infor­ma­tio­nen aus der betrieb­li­chen Pra­xis kön­nen wir wei­ter­hin erfolg­reich agie­ren. Wir dan­ken Ihnen!

Nach­fol­gend fin­den Sie den Link zur ges­tern ver­öf­fent­lich­ten Publi­ka­tion des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Soziales:

http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Meldungen/2015/bestandsaufnahme-mindestlohn.pdf?__blob=publicationFile

DEHOGA-Branchenbericht: Gedämpf­ter Opti­mis­mus in Gas­tro­no­mie und Hotel­le­rie //„Stimmungskiller“ Bürokratismus

Geschäfts­lage und Aus­blick über­wie­gend posi­tiv // Ertrags­lage ange­spannt // Arbeits­zeit­do­ku­men­ta­tion ist „Stim­mungs­kil­ler Num­mer Eins“ // DEHOGA kri­ti­siert star­res Arbeits­zeit­ge­setz
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(Ber­lin, 11. Juni 2015) Die Betriebe des Gast­ge­wer­bes bewer­ten ihre Lage mehr­heit­lich posi­tiv. Das ist das Ergeb­nis des „Bran­chen­be­rich­tes Früh­jahr 2015“, den der Deut­sche Hotel– und Gast­stät­ten­ver­band (DEHOGA Bun­des­ver­band) auf sei­ner heu­ti­gen Jah­res­pres­se­kon­fe­renz vor­ge­stellt hat. Die meis­ten Unter­neh­mer schauen opti­mis­tisch auf die kom­men­den Monate. Der DEHOGA Bun­des­ver­band pro­gnos­ti­ziert für das Gesamt­jahr ein Umsatz­plus von nomi­nal 2,5 Pro­zent. „Der Bran­chen­be­richt zeigt jedoch ein Dilemma auf“, so DEHOGA-Präsident Ernst Fischer. „Zwei Drit­tel unse­rer Betriebe sind zwar Umsatz­ge­win­ner. Doch fast die Hälfte von ihnen ver­zeich­net sin­kende Gewinne. Es bleibt weni­ger übrig, um zu inves­tie­ren, um anzu­stel­len und um zu wach­sen.“ Grund für die Zurück­hal­tung sind vor allem die Neben­wir­kun­gen des Min­dest­loh­nes: So kri­ti­siert fast jeder zweite Betrieb die neue Pflicht zur Arbeits­zeit­do­ku­men­ta­tion. Ins­be­son­dere sor­gen starre Vor­ga­ben des Arbeits­zeit­ge­set­zes sowie die All­er­gen­kenn­zeich­nungs­pflicht für Unmut.

Geschäfts­lage, Umsatz und Prognose

Die Hotel­le­rie bewer­tet ihre Geschäfts­lage auf Vor­jah­res­ni­veau: 35,6 Pro­zent der Befrag­ten (Vor­jahr 36 Pro­zent) berich­ten von einer guten, 44,7 Pro­zent (Vor­jahr 42,6 Pro­zent) von einer befrie­di­gen­den Geschäfts­lage. 66,2 Pro­zent der Betriebe (Vor­jahr 64,4 Pro­zent) konn­ten ihren Umsatz erhö­hen bzw. sta­bil halten.

Neben der guten Kon­junk­tur führt das attrak­tive Preis-Leistungs-Verhältnis in der deut­schen Hotel­le­rie zu einer Zunahme der Über­nach­tun­gen in– und aus­län­di­scher Gäste. Auch der Geschäfts­rei­se­ver­kehr nimmt wei­ter zu. Ins­ge­samt bleibt die Ertrags­lage aber ange­spannt: Bei 45,3 Pro­zent der Unter­neh­men (Vor­jahr 45,6 Pro­zent) sind die Erträge gesun­ken. Der Hotel­markt ist wei­ter­hin von einem star­ken Ver­drän­gungs­wett­be­werb geprägt.

Die Gas­tro­no­mie blickt laut DEHOGA-Branchenbericht etwas kri­ti­scher auf die Geschäfts­lage als vor einem Jahr: 29,9 Pro­zent der Befrag­ten (Vor­jahr 35,7 Pro­zent) berich­ten von einer guten, 48,7 Pro­zent (Vor­jahr 44,9 Pro­zent) von einer befrie­di­gen­den Geschäfts­lage. Wich­tigs­ter Impuls­ge­ber ist wei­ter­hin die Kon­sum­freude der Deut­schen. 64,8 Pro­zent der Unter­neh­men (Vor­jahr 66,4 Pro­zent) konn­ten ihre Umsätze sta­bil hal­ten oder aus­bauen. Die Erträge sind bei 47,4 Pro­zent (Vor­jahr 43,7 Pro­zent) der Befrag­ten gesunken.

In ihrem Aus­blick geben sich Hotel­le­rie und Gas­tro­no­mie mehr­heit­lich opti­mis­tisch. Auch hier hat die Stim­mung im Vor­jah­res­ver­gleich aller­dings leicht nach­ge­las­sen: 82,9 Pro­zent der Hote­liers (Vor­jahr 84,3 Pro­zent) und 77,8 Pro­zent der Gas­tro­no­men (Vor­jahr 80,1 Pro­zent) erwar­ten gleich­blei­bende oder bes­sere Geschäfte.

Job­mo­tor Gast­ge­werbe bleibt stark // „Bran­che der Chance“

Beson­ders stark ist wei­ter­hin die Rolle des Job­mo­tors: In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren sind im Gast­ge­werbe mehr als 220.000 neue sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tige Arbeits­plätze ent­stan­den. Das ist ein Plus von rund 30 Pro­zent. Zum Ver­gleich: In der Gesamt­wirt­schaft waren es im sel­ben Zeit­raum nur rund 13 Prozent.

Als „Bran­che der Chance“ steht das Gast­ge­werbe allen jun­gen Men­schen auch abseits der gro­ßen Bal­lungs­zen­tren für eine Aus­bil­dung offen. Ange­spro­chen sind expli­zit junge Men­schen auch ohne Abitur und Stu­dium und Men­schen, die sich in ande­ren Bran­chen schwe­rer tun. In Zei­ten des Fach­kräf­te­man­gels ist das eine zen­trale Bot­schaft. Gas­tro­no­mie und Hotel­le­rie sind oft­mals noch die ein­zi­gen Arbeit­ge­ber und Aus­bil­der in der Fläche.

Arbeits­zeit­do­ku­men­ta­tion ist „Stim­mungs­kil­ler Num­mer Eins“

Trotz Per­so­nal­kos­ten­stei­ge­run­gen ste­hen expli­zit nicht die 8,50 Euro im Fokus der Kri­tik. Die Arbeits­zeit­do­ku­men­ta­tion im Zuge der Min­dest­lohn­ge­setz­ge­bung bezeich­net fast jeder zweite Betrieb als größte Her­aus­for­de­rung. „Unsere Unter­neh­men haben die Arbeits­zeit bis zu einer Ver­dienst­grenze von 2.958 Euro auf­zu­zeich­nen. Wer diese Summe ver­die­nen will, muss 348 Stun­den zum Min­dest­lohn arbei­ten“, erklärt der DEHOGA-Präsident. „Das hat nichts mit der Rea­li­tät zu tun. Hier stellt der Gesetz-geber eine Gesamt­bran­che unter Generalverdacht.“

Arbeits­zeit­ge­setz an Lebens­wirk­lich­keit anpassen

Im Zusam­men­hang mit der Arbeits­zeit­do­ku­men­ta­tion erweist sich die Höchst­ar­beits­zeit von zehn Stun­den als zuneh­men­des Pro­blem für die Bran­che. DEHOGA-Präsident Fischer: „Stel­len Sie sich vor, eine Ver­an­stal­tung, etwa eine Hoch­zeits­feier, dau­ert län­ger als geplant. Unsere Betriebe kön­nen nicht mit­ten in der Nacht die Mit­ar­bei­ter wech­seln. Der Gas­tro­nom steht vor der Wahl: Die Hoch­zeits­feier vor­zei­tig been­den oder ein saf­ti­ges Buß­geld bis zu 15.000 Euro zahlen.“

Der DEHOGA for­dert eine Anpas­sung des Arbeits­zeit­ge­set­zes an die Lebens­wirk­lich­keit. Der kon­krete Vor­schlag lau­tet: An maxi­mal drei Tagen pro Woche eine Arbeits­zeit von bis zu zwölf Stun­den zu ermög­li­chen. Wohl­ge­merkt: Es geht um keine Ver­län­ge­rung der Gesamtarbeitszeit.

Büro­kra­tiefrust statt Unter­neh­mer­lust // Allergenkennzeichnung

Hand­lungs­be­darf sieht der DEHOGA vor allem beim Thema Regle­men­tie­rung der Bran­che: „Büro­kra­tis­mus, Über­re­gu­lie­rung und Gene­ral­ver­dacht gegen die Betriebe des Gast­ge­wer­bes sind nicht der Stoff, aus dem neue Wachs­tums­re­korde ent­ste­hen. Im Gegen­teil, Inno­va­tio­nen und Inves­ti­tio­nen wer­den gehemmt. Zeit für das gas­tro­no­mi­sche Kern­ge­schäft fehlt. Raum für gute Gast­freund­schaft schwin­det“, macht Fischer deut­lich. Das Über­maß an Ver­recht­li­chung schränke nicht nur die unter­neh­me­ri­sche Frei­heit in emp­find­li­cher Weise ein, son­dern bedrohe Gas­tro­no­men und Hote­liers auch in ihrer wirt­schaft­li­chen Existenz.

Für beson­ders gro­ßen Büro­kra­tiefrust sorgt neben der Arbeits­zeit­do­ku­men­ta­tion die neue All­er­gen­kenn­zeich­nungs­pflicht. Seit Dezem­ber 2014 müs­sen Gas­tro­no­men und Hote­liers ihre Gäste auf­grund einer euro­päi­schen Ver­ord­nung über All­er­gene in ihren Spei­sen und Geträn­ken infor­mie­ren. Ers­ten Erfah­run­gen zufolge ste­hen Auf­wand und Ertrag in kras­sem Miss­ver­hält­nis: Wäh­rend die Unter­neh­mer wöchent­lich zum Teil meh­rere Stun­den durch die All­er­gen­kenn­zeich­nung gebun­den sind, geben nach inter­nen DEHOGA-Befragungen zwei Drit­tel der Unter­neh­mer an, dass seit Dezem­ber 2014 kein ein­zi­ger Gast die All­er­gen­in­for­ma­tion in Anspruch genom­men habe.

Wert­schät­zung // Sie­ben Pro­zent Mehr­wert­steuer für Gastronomie

Die Betriebe des Gast­ge­wer­bes sind die öffent­li­chen Wohn­zim­mer des Lan­des, sie sind stand­ort­treu, Kul­tur­gut, Job­mo­tor und Wirt­schafts­kraft in einem. „Und den­noch lässt die Wert­schät­zung – gerade durch die Poli­tik – an der ein oder ande­ren Stelle zu wün­schen übrig“, so Fischer.

So steht eine der Kern­for­de­run­gen des Ver­ban­des auf der poli­ti­schen Agenda wei­ter­hin ganz oben: Die steu­er­li­che Gleich­be­hand­lung der Gas­tro­no­mie. „Zur Wert­schät­zung passt es eben nicht“, so Fischer, „dass frisch zube­rei­tete Spei­sen in unse­ren Restau­rants oder die täg­li­chen Schul­mahl­zei­ten mit 19 Pro­zent besteu­ert wer­den, die Tüten­suppe aus dem Dis­coun­ter oder die Fer­tig­pizza dage­gen nur mit sie­ben Prozent.“

Der DEHOGA-Branchenbericht „Früh­jahr 2015“ steht unter www.dehoga.de kos­ten­frei zum Down­load zur Verfügung.

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DEHOGA-Branchenbericht: Mit dem Bran­chen­be­richt „Früh­jahr 2015“ stellt der Deut­sche Hotel– und Gast­stät­ten­ver­band (DEHOGA Bun­des­ver­band) bereits zum 32. Mal seine reprä­sen­ta­tive Kon­junk­tur­be­ob­ach­tung des gast­ge­werb­li­chen Mark­tes vor. Grund­lage für den Bran­chen­be­richt sind Ant­wor­ten von ins­ge­samt 4.000 Hote­liers und Gas­tro­no­men in ganz Deutsch­land. Die Befra­gung wurde vom Insti­tut für Manage­ment und Tou­ris­mus der Fach­hoch­schule West­küste in Heide durch­ge­führt. Die Beur­tei­lung der Kon­junk­tur­ent­wick­lung bezieht sich auf die Geschäfts­lage im Zeit­raum Okto­ber 2014 bis März 2015 sowie die Geschäfts­er­war­tun­gen für die Monate April bis Sep­tem­ber 2015. Dar­über hin­aus wur­den die Ent­wick­lung der wich­tigs­ten betriebs­wirt­schaft­li­chen Kenn­zah­len und die Haupt­pro­blem­fel­der in der Hotel­le­rie und Gas­tro­no­mie im Berichts­zeit­raum ermit­telt. Die Daten wur­den im Zeit­raum vom 8. April bis 12. Mai 2015 erhoben.

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Präsident Michael SchmidtDie Her­aus­for­de­run­gen rund um den Min­dest­lohn beschäf­ti­gen uns immens. Die zuneh­men­den Doku­men­ta­ti­ons­pflich­ten rau­ben uns sicher­lich immer mehr Zeit anstatt unsere Wirt­schaft­lich­keit per­ma­nent im Blick­win­kel zu hal­ten. Der IHA ver­öf­fent­lichte vor kur­zem sei­nen umfang­rei­chen neuen Bericht für das Beher­ber­gungs­ge­werbe in Deutsch­land. Die Zah­len und Fak­ten im ´´ Hotel­markt Deutsch­land 2015 „ sind aller­dings für unser Bun­des­land ernüch­ternd. Trotz ste­ti­ger Tou­ris­mus­re­korde und stei­gen­der Gäste– und Über­nach­tungs­zah­len hal­ten wir, im Ver­gleich der Bun­des­län­der, in vie­len Kenn­zah­len die rote Laterne weit hoch. Wenn man die sta­tis­ti­schen Zah­len ver­gleicht, schei­nen unsere Betriebe einer Ren­ta­bi­li­tät und Wert­schöp­fung weit hin­ter­her zu lau­fen. Ich rate jedem Unter­neh­mer nach­drück­lich die Kal­ku­la­tion sei­ner Dienst­leis­tung genau unter die Lupe zu neh­men. Die Kos­ten­stei­ge­run­gen der letz­ten Monate machen das ohne­hin not­wen­dig. Als Unter­neh­mer haben wir sicher­lich die Last des unter­neh­me­ri­schen Risi­kos zu tra­gen, aller­dings haben wir auch die Ver­ant­wor­tung gegen­über unse­rem Geschäft erfolg­reich tätig zu sein. Der oft sicht­bare Inves­ti­ti­ons­stau darf für viele Betriebe nicht zur Falle wer­den. Über­schüsse und Gewinne müs­sen kal­ku­liert und in gute Inves­ti­tio­nen für die Zukunft ein­ge­setzt wer­den um nicht am Markt vor­bei zu pla­nen. Als Bran­chen­ver­band bie­ten wir ihnen dafür viele Unter­stüt­zun­gen und Bera­tungs­dienst­leis­tun­gen an. In den meis­ten Fäl­len sogar kos­ten­los. Im Kom­pe­tenz­team Bera­tung des Lan­des­ver­ban­des sind fach­li­che Spe­zia­lis­ten für Sie ver­trag­lich gebun­den und jeder­zeit für sie da. Das Semi­nar­an­ge­bot 2015 ent­hält etli­che betriebs­wirt­schaft­li­che The­men die ihnen hel­fen kön­nen ihren Betrieb wirt­schaft­li­cher zu gestal­ten. Letzt­end­lich ist ihr Lan­des­ver­band auch betei­ligt an der Qua­li­täts­of­fen­sive ´´Ser­vice Qua­li­tät Deutsch­land„. Auch eine gute Mög­lich­keit in die lang­fris­tige Effek­ti­vi­tät und Wert­stei­ge­rung des eige­nen Unter­neh­mens zu inves­tie­ren. Auf­grund der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung in den Betrie­ben unse­res Bun­des­lan­des haben wir uns ent­schlos­sen einen wirt­schaft­li­chen Betriebs­ver­gleich in Auf­trag zu geben. Ein aner­kann­tes Insti­tut wird im Laufe die­sen Jah­res seine Arbeit begin­nen und auf die Unter­neh­men zu gehen. Wir wer­den Sie über das Pro­jekt immer aktu­ell infor­mie­ren und hof­fen auf ihre Unterstützung.

Umsatz ist lei­der nicht alles!

Ihr Michael Schmidt

Prä­si­dent

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Neue­run­gen durch das Mindestlohngesetz

Seit dem 1. Januar 2015 besteht die Pflicht zur Arbeits­zeit­auf­zeich­nung nach dem Min­dest­lohn­ge­setz. Arbeit­ge­ber sind zur Auf­zeich­nung von Beginn, Ende und Dauer der täg­li­chen Arbeits­zeit ihrer Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer verpflichtet.

In die­sem Zusam­men­hang muss es nicht nur eine ent­spre­chende Doku­men­ta­tion der Arbeits­zeit geben, es gilt eine gesetz­li­che Ver­jäh­rungs­frist von drei Jahren.

Das heißt, spä­tere Ent­gelt­for­de­run­gen von Mit­ar­bei­tern ver­jäh­ren erst mit einer Frist von drei Jah­ren, begin­nend mit dem letz­ten Tag des Jah­res, in dem sie ent­stan­den sind. Ob dies tat­säch­lich recht­li­chen Bestand hat bleibt abzuwarten.

Bis dahin jeden­falls muss von die­ser gesetz­li­chen Rege­lung aus­ge­gan­gen wer­den, so dass jeder Unter­neh­mer seine Arbeits­zeit­do­ku­men­ta­tion vier Jahre auf­be­wah­ren sollte, um sie jeder­zeit ver­füg­bar zu haben. Dies gilt auch für bereits aus­ge­schie­dene Mit­ar­bei­ter, Aus­hil­fen und kurz­fris­tig Beschäftigte.

 

Beste­hen­des Arbeitszeitgesetz

Neben dem neuen Min­dest­lohn­ge­setz sind seit vie­len Jah­ren außer­dem die Rege­lun­gen des Arbeits­zeit­ge­set­zes gül­tig: Pau­sen­zei­ten müs­sen auf­ge­zeich­net und die Arbeits­zeit von 10 Stun­den täg­lich darf nicht über­schrit­ten wer­den. Nach den gesetz­li­chen Vor­schrif­ten ist eine wöchent­li­che Arbeits­zeit von grund­sätz­lich mehr als 48 Stun­den nicht zulässig.

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Doku­men­ta­ti­ons­soft­ware — jetzt ver­füg­bar

In der Pra­xis wer­den häu­fig Dienst­pläne per Hand auf einen Vor­druck geschrie­ben. Es kommt aber auf­grund viel­fäl­ti­ger Ereig­nisse nicht sel­ten zu Arbeits­zei­tän­de­run­gen. Diese wer­den dann eben­falls auf dem Vor­druck hän­disch ver­merkt, wobei schnell die Über­sicht ver­lo­ren gehen kann.

Außer­dem müs­sen nach den genann­ten gesetz­li­chen Vor­schrif­ten die Arbeits­zeit­nach­weise vier Jahre vor­ge­hal­ten wer­den. Der klas­sisch hand­ge­schrie­bene Dienst­plan erscheint somit kaum geeig­net, diese Infor­ma­tio­nen für einen solch lan­gen Zeit­raum zu sichern.

Um stets den Über­blick zu behal­ten und bei­den Geset­zen gerecht zu wer­den, hat Ihr DEHOGA Sachsen-Anhalt eine Soft­ware zur Doku­men­ta­tion der Arbeits­zeit ent­wi­ckeln las­sen. Es dient zur Erfas­sung und Doku­men­ta­tion der bereits geleis­te­ten Arbeits­zeit, so dass die Vor­ga­ben der Auf­zeich­nungs­pflich­ten erfüllt sind. Damit kön­nen die tat­säch­li­chen Arbeits­zei­ten sowie Urlaubs– und Krank­heits­tage ein­fach erfasst und Gut– oder Min­der­stun­den auf­lau­fend sicht­bar gemacht wer­den. Diese Soft­ware ist kein Dienstplanprogramm.

Die­ses Sys­tem muss aber selbst­ver­ständ­lich kon­se­quent geführt werden.

Nach der Arbeits­wo­che erfasst der Unter­neh­mer die Arbeits­zei­ten sei­ner Mit­ar­bei­ter. Dazu ist gemäß Min­dest­lohn­ge­setz § 17 ein Zeit­raum von sie­ben Tagen nach dem Erbrin­gen der jewei­li­gen Arbeits­leis­tung vor­ge­ge­ben. Das heißt, die Erfas­sung der Arbeits­zei­ten muss spä­tes­tens am Mon­tag der Fol­ge­wo­che für die Vor­wo­che erfolgen.

 

Kos­ten (ein­ma­lige Schutzgebühr)

Mit­glieds­un­ter­neh­men: 30,00 Euro (inkl. MwSt.)
Nicht­mit­glieds­un­ter­neh­men: 120,00 Euro (inkl. MwSt.)

 

Sys­tem­vor­aus­set­zung

Fol­gende Betriebs­sys­teme wer­den unter­stützt:
Win­dows 7; Win­dows 8; Win­dows Ser­ver 2008 R2

 

Kurz­an­lei­tung

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Das Ausbildungsjahr beginnt
Termine und Veranstaltungen

Prä­si­di­ums­sit­zung:

02.03.2015 in Arend­see
29.06.2015 in
11.10.2015 in

Lan­des­vor­stand­sit­zung:
03.03.2015 in Arend­see
12.10.2015 in

Fach­grup­pen­sit­zung:

Bran­chen­tag:

Som­mer­fest:
07.07.2015 in Oschers­le­ben
Motor­sport Are­nea Oschersleben

Voll­ver­samm­lun­gen :
Delegiertenversammlung

Regio­nale Jugendmeisterschaften:

Magdeburg/Börde

09. u. 23.03.2015 in Magdeburg

Harz Meis­ter­schaf­ten

08. u. 09.03.2015 in Harz

Alt­mark Meisterschaften

19.03.2015 in Arendsee

Sach­sen Anhalt Süd

23.02 — 28.02.2015 in Naumburg

Anhalt-Meisterschaften

28.03.2015 in Dessau

 

Lan­des­meis­ter­schaf­ten:

19. u. 20.04.2015 in Wernigerode

Deut­sche Jugendmeisterschaften:

30.10 - 02.11.2015 in Bonn

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